Offene Briefe an die Aktion Solidarität

  • Gute Tradition sind die Weihnachts- und Osterbriefe aus Afrika geworden. Pater Danko Litrić und Dr. Uta Düll geben darin jährlich Auskunft über den Status quo ihrer Arbeit in Ruanda. Die Briefe gewähren einen Blick in die Historie des Jahres sowie einen Ausblick auf künftige Pläne und Ziele. Vor allem aber lassen sie den Faden zu unseren Hilfsprojekten nicht abreißen und dokumentieren die Entwicklung der vergangenen Jahre. In der folgenden Zusammenstellung können Sie erfahren, wie sich das Leben vor Ort gestaltet und was mit den Spenden aus Deutschland erreicht wird. Viel Spaß beim Schmökern!


Vorstandschaft Aktion Solidarität

Aktion Solidarität

Freitag, 20. Dezember 2019

Liebe Freunde der Aktion Solidarität, liebe Pateneltern und Unterstützer!

Auch dieses Jahr möchten wir uns auf diesem Weg für das entgegengebrachte Vertrauen und die großherzige Unterstützung bei Ihnen bedanken. Durch Ihre Mitarbeit bzw. durch Ihren finanziellen Beitrag kann die Aktion Solidarität bereits 37 Jahre Notbedürftigen helfen. Helfen Sie uns auch bitte künftig weiter, damit die „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht abreißt.
Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein gesegnetes, gutes Jahr 2020!

Mit freundlichen Grüßen
Aktion Solidarität



Pater Danko Litrić SDB

Pater Danko Litrić SDB

Dezember 2019

Liebe Mitglieder der Aktion Solidarität,
liebe Freunde in Tirschenreuth und Umgebung!

Schon sind wir mitten im Advent, bald ist Weihnachten und Neujahr. Ich muss mich beeilen mit meinen Grüßen und Dank allen Freunden und Wohltätern auf der ganzen Welt, die für mich beten und meine Arbeit hier unterstützen.
Im nächsten Jahr werden 39 Jahre sein seit ich in Rwanda tätig bin - das ist dann genau mein halbes Leben. Ich danke Gott für das lange Leben und für alles, was ich als Missionar - mit Hilfe und Unterstützung vieler Freunde - für die Menschen hier in Rwanda tun konnte. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich euch in der Aktion Solidarität schon zu danken hatte, aber vielleicht erinnern sich die älteren von euch - es sind viele, viele Jahre ... vor und nach dem schrecklichen Krieg in Rwanda - an allen Orten an denen ich das Evangelium in Wort und Tat verkünden und den Menschen in Ihrer Not bei stehen durfte. Besonders dem großen Jugendzentrum mit Waisenhaus, und Ausbildungswerkstätten in Gatenga ... Danach in Muhazi, wo ich mit eurer materiellen und finanziellen Hilfe in der Berufsschule „Don Bosco Muhazi“ vielen armen Kindern und Jugendlichen helfen konnte.
Mit großer Freude darf ich Ihnen mitteilen, dass auch in diesem Jahr im Dezember - im Anschluss an ein zwei monatiges Praktikum - 91 Mädchen und Jungen vom Schulministerium Ihr Abschlussdiplom erhalten haben. Seit der Einweihung unserer Schule im Jahr 2010 haben bereits 754 Schülerinnen eine Berufsausbildung als Köchinnen, Schneiderinnen und Maurer mit Erfolg abschlossen haben. Vieler dieser armen Schülerinnen, haben zum Abschluss eine Nähmaschine oder einen Satz Werkzeuge erhalten und dadurch auch schneller eine Arbeit gefunden. Ohne unsere Schule wären sie weiterhin zu einem Leben in größter Armut und Not, ohne jede Hoffnung verurteilt.
Dank Ihrer kontinuierlichen Unterstützung über Patenschaften konnten viele arme Kinder in Muhazi und Umgebung sowie in Kimihurura und auch anderen Orten, an denen einheimische Schwestern von der Kongregation der „Freundinnen der Armen“ tätig sind, die Schule besuchen. Seit 1992 arbeite ich mit diesen Schwestern zum Wohl der Menschen, besonders der Kinder, Jugendlichen aber auch der Alten, Armen und Kranken zusammen. Sie verdienen unsere größte Hochachtung!
So haben wir uns Alle sehr über die Nachricht gefreut, dass wieder ein Container mit diversen Hilfsgütern aus Tirschenreuth zu uns auf dem Weg ist und sind gern bereit, den Inhalt - wie auch schon früher - wieder mit Frau Dr. Duell und dem Krankenhaus sowie der Schule in Gikonko zu teilen.
Ich danke Ihnen im Namen der Schwestern sowie in meinem Namen und im Namen der Kinder und Aller, denen geholfen werden konnte und wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und Gottesschutz und Segen im Neuen Jahr.

Ihr dankbarer
Pater Danko Litrić



Dr. Uta Elisabeth Düll

Nähmaschine

Dezember 2019

Sehr geehrte Damen und Herren in Tirschenreuth,
liebe Frau Ondrusek,

am Jahresende will ich mich im Namen der Menschen in Gikonko für die treuen Containerlieferungen bedanken. Das Auspacken ist immer wie „Weihnachten“ mit vielen schönen, brauchbaren Überraschungen. Ich bin immer froh, wenn ich Menschen, die aus dem blanken Boden schlafen, eine Wolldecke oder eine dicke Decke geben kann, wenn ich Menschen menschenwürdig einkleiden kann, wenn wir im Hospital nicht mit Pflegemitteln sparen müssen, Pampers und Unterlagen zur Verfügung stehen.
Am meisten freuen sich immer die Absolventen der hiesigen technischen Schule. Sie sind glücklich, wenn sie zu ihrem Nähdiplom nicht nur Fäden, Knöpfe und eine Schere bekommen, sondern - der ein oder andere - sogar eine Nähmaschine. Letztere wird dann meist draußen, nahe der Straße aufgestellt, so dass man gleich die Bedürfnisse der Passanten befriedigen kann. Ich freue mich immer, wenn sie mir dann glücklich und dankbar zuwinken. Auch dafür vielen Dank. So verbleib ich mit dankbaren Grüßen und allen guten Wünschen zu einem gesegneten Weihnachtfest und einem gelungenen neuen Jahr 2020.

Ihre
Dr. Uta Elisabeth DÜLL